Lewmar Beschläge, Blöcke & Taljen gehören auf vielen Fahrtenyachten zur Standardausrüstung. Der britische Hersteller ist im Yachtbereich weit verbreitet und steht für praxiserprobte Komponenten für Mast, Deck und Rumpf – von klassischen Blöcken über Taljen-Systeme bis zu Decksbeschlägen. Im Fokus: belastbare Materialien, klar definierte Lastwerte und eine Konstruktion, die sich im Bordalltag gut warten und bei Bedarf reparieren lässt.
Für Fahrtensegler zählt vor allem: zuverlässig unter Last, leicht zu bedienen und langlebig in salzhaltiger Umgebung. Lewmar bietet dafür abgestufte Produktserien mit passenden Arbeitslasten (SWL), Bruchlasten sowie Komponenten, die auf typische Tauwerkdurchmesser und Einsatzpositionen an Bord ausgelegt sind.
Orientieren Sie sich primär an der Arbeitslast (SWL) – sie ist der relevante Wert für den Dauerbetrieb. Die Bruchlast ist die Sicherheitsreserve und kein „Arbeitsziel“. Wählen Sie Block/Talje so, dass Tauwerk-Ø, Scheibendurchmesser, Schäkel-/Bolzenmaß und die zu erwartende Last an der Position zusammenpassen. Für Fahrtenyachten empfiehlt sich meist eine Reserve auf die SWL, insbesondere bei Großschot, Niederholer, Strecker und hoch belasteten Umlenkungen.
Der Block muss zum Leinendurchmesser passen – zu klein bedeutet erhöhte Reibung, schlechtere Bedienbarkeit und schnellerer Verschleiß am Tauwerk. Achten Sie auf die vom Hersteller angegebenen max. Tauwerk-Ø und wählen Sie lieber nicht „auf Kante“. Für hoch belastete Trimmleinen oder häufige Winschfahrten lohnt sich ein größerer Scheibendurchmesser für leichteren Lauf und weniger Mantelabrieb.
Edelstahl (A4/316) ist sehr robust und korrosionsfest, aber schwerer. Aluminium spart Gewicht und ist sehr fest, verlangt aber Aufmerksamkeit bei Kontaktkorrosion (z.B. Alu auf Edelstahl) – hier helfen Isolationsscheiben, Dichtmassen und saubere Montage. Composite/Kunststoff ist leicht, dämpft Geräusche und ist oft sehr korrosionsunempfindlich; für stark belastete Positionen ist die richtige Serie/Lastklasse entscheidend.
Wichtig sind korrekte Ausrichtung (kein schräger Zug), passende Schäkel/Laschen und saubere Anschläge, damit der Block nicht gegen Decksbeschläge „arbeitet“. Führen Sie Leinen so, dass der Einlaufwinkel stimmt und keine Seitenlast auf Lager/Scheibe entsteht. Bei Taljen helfen passende Klemmenpositionen und kurze freie Leinenwege, um Schlagen im Seegang zu reduzieren.
Bei hoch belasteten Beschlägen immer auf Lastverteilung achten: durchgehende Verschraubung mit großen Unterlegscheiben oder Gegenplatte (Backing Plate). Decksdurchbrüche sorgfältig abdichten (sauber entgraten, ggf. ausfüllen/abdichten), damit kein Wasser in den Sandwichkern zieht. Nutzen Sie seewasserfeste Schrauben (A4/316) und sichern Sie Muttern gegen Losdrehen. Nach den ersten Törns: Nachkontrolle der Verschraubung.
Kontrollieren Sie Bolzen/Splinte, Schäkel, Wirbel, Lager und Scheiben auf Spiel, Risse, Kerben und Leichtgängigkeit. Spülen Sie Salz regelmäßig mit Süßwasser ab. Schmieren nur sparsam und passend zum Lager (Herstellerhinweis); Schmutz bindende „Dauerfette“ sind nicht überall sinnvoll. Keine aggressiven oder säurehaltigen Reiniger verwenden. Bei deutlich unrundem Lauf, Rissen oder starkem Spiel: Bauteil reparieren (wenn vorgesehen) oder ersetzen – das verhindert teure Folgeschäden am Tauwerk und an Decksbeschlägen.
Für Trimm und häufiges Nachsetzen ist eine Talje mit Klemme praktisch, weil sie ohne zusätzliche Klemme bedient werden kann. Ein Hundsfott (Becket) ermöglicht mehr Übersetzung bzw. flexible Anschlagpunkte. Schnappschäkel sind sinnvoll, wenn schnell gelöst werden muss (z.B. bei bestimmten Trimm- oder Dinghy-Anwendungen) – achten Sie hier besonders auf ausreichende SWL und sichere Bedienbarkeit unter Last.